Willkommen bei den Nacerimasu

9. September 2011
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Da bin ich! Frisch ausgeruht, aus den Vereinigten Staaten von Amerika.

Der Transatlantikflug war zwar lang, aber nicht so lang und unbequem wie die 33 Stunden im Bus nach Spanien. Wir flogen 9 Stunden und 13 Minuten. Schon verrückt, mit der Bahn brauchen wir manchmal 8 Stunden um einmal quer durch Deutschland zu fahren und mit dem Flieger legt man in 9 Stunden 7000 Kilometer zurück. In Chicago mussten wir ewig an der Passkontrolle warten, und mussten dann, auf uns allein gestellt zu unserem nächsten Terminal und zu unserem nächsten Gate finden. Ganz allein waren wir nicht, es ist eine deutsche YFU-Mitarbeiterin mitgeflogen und am Flughafen habe ich ganz zum Schluss, da war ich schon am Gate, noch eine amerikanische Mitarbeiterin getroffen. Chicago ist echt cool. In Madrid sind wir ganz stupide mit einem Bus zu unserem nächsten Terminal geflogen, aber in Chicago habe wir unser Gepäck gleich nachdem wir es wiederbekommen haben wieder abgegeben und sind dann mit Handgepäck bestückt zu den Terminals gestapft. Naja gestapft stimmt nicht, wir sind mit der Transit-Bahn des Flughafens gefahren, das ging bestimmt 5 mal so schnell wie mit dem Bus. und es war wesentlich leerer, weil die Bahnen hoch frequentiert fahren. Am richtigen Terminal besteht noch die Schwierigkeit das Gate zu finden, dazu braucht man nämlich erst eine Abflugtafel um zu erfahren welches Gate das überhaupt ist. Das Terminal 1 war für mich kleine Austauschschülerin definitiv zu groß, ich musste 7 Leute fragen, um überhaupt erst einmal durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Aber danach ist alles ganz gut ausgeschildert. Kaum zu glauben, aber das erste, was ich in den Staaten konsumiere war McDonald’s Food, ok es war ein Kaffee, aber das habe ich auch erst im Nachhinein gerafft. Mein letzter Flug war nervenaufreibend. Ich war schon bald so müde, dass meine Aufregung nur noch als dumpfer Dauerzustand zu definieren war und ich saß das erste Mal im Gang. Der Start war grässlich. Es war nicht so, dass die Piloten einen schlechten Job gemacht haben, aber mir wurde ganz anders, weil ich nichts sehen konnte. Am Fenster habe ich das Gefühl gar nicht, oder zumindest nur sehr schwach. Aber die Amerikaner schien der Start gar nicht zu beeindrucken. Die haben einfach weitergelesen, oder am iPhone gezockt (irgendwie hat hier jeder Hans ein iPhone, ich will auch Hans sein) oder weiter gedöst. Jedenfalls die in meinem Blickfeld. In den Staaten ist vieles anders, auch wenn man das gar nicht immer denkt. Das habe ich auch schon auf dem Landeanflug von Chicago gesehen. Sobald wir aus den Wolken kamen, saßen so gut wie alle YFU-Schüler an den Fenstern und haben sich die Stadt von oben angeguckt. Ich hab meinen ersten Schulbus gesehen, und mein erstes Baseballfeld und ein Footballfeld. Die Sportplätze sind in der Tat ziemlich häufig, wobei ich unter den 15 bis 20 Baseballfeldern vielleicht ein Fussballfeld gesehen habe.

In Columbus konnte man nichts mehr sehen, weil es endlich auch hier dunkel war, und die Fahrt nach hause hat gar nicht einmal lange gedauert. Laura ist total nett. Sie saß mit einem Schild am Flughafen und ich hab sie trotzdem erst übersehen, und dann war da noch eine andere Frau, die meine Betreuerin vertreten hat, die ist nämlich krank. Als wir auf mein Gepäck gewartet haben, hat sie erzählt, dass noch zwei andere YFU-Schüler auf meine Schule gehen, und die Schule oft gar keine Toleranz gegenüber Mobbing hat, aber total aufgeschlossen und offen ist. Ich freu mich drauf. Wir fahren heute schon einmal hin, um den ganzen Anmeldekram zu machen. Obwohl es erst 8 Uhr ist, bin ich erstaunlich wach. Gut. Zu hause wäre das dann kurz nach zwei Uhr nachmittags.

Ich hab wie auf Wolken geschlafen, mein Bett ist riesig, es ist relativ hoch, wenn ich stehe kann ich mich ein bisschen nach hinten lehnen, und sitze schon fast. Und wenn ich auf der Bettkante sitze, kann ich meine Beine baumeln lassen. Und das Bett besteht aus drei Matratzen oder so, hat auch vier Kissen und zwei Decken, aber die sind dünn, desshalb liegen die übereinander. Laura hat zwei Hunde, und die sind die ganze Zeit um mich herum getänzelt, deswegen hat das Kofferauspacken so lange gedauert. Die Hunde sind beide noch nicht wirklich alt. Das merkt man. Ich hoffe die Aufregung von uns drei legt sich in den nächsten Wochen und Tagen, sonst wird das nämlich echt anstrengend. Der eine ist gerade so groß, dass er, wenn er mich anspringt bis zur Hüfte geht, aber der andere ist ein Labrador oder so, und der schafft schon fast meine Schultern. Ich bin schon gespannt auf das Frühstück mit Laura. Gestern am Flughafen und auf dem Weg nach hause konnte man zwar schon Eindrücke sammeln, aber zum Kennenlernen reicht das nicht. Ich glaub ich guck jetzt, ob sie schon wach ist. Ich meld mich wieder

Yara

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